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Kleines Segelflugzeug-Oldtimertreffen

Rückblick auf das Kleine Segelflugzeug-Oldtimertreffen 2026 in Renneritz

Vom 22. bis 29. August 2026 wurde es auf unserem Flugplatz in Renneritz ein wenig nostalgisch. Für eine Woche waren wir Gastgeber des Kleinen Segelflugzeug-Oldtimertreffens. Liebhaber historischer Segelflugzeuge aus verschiedenen Regionen Deutschlands machten sich mit ihren Flugzeugen auf den Weg zu uns und sorgten für ein außergewöhnlich buntes Bild auf unserem Flugplatz.

Das Treffen findet jedes Jahr an einem anderen Flugplatz statt und war 2026 bei uns in Renneritz zu Gast. Für unseren Verein war es eine große Freude, die Teilnehmer mit ihren zum Teil schon viele Jahrzehnte alten Flugzeugen begrüßen zu dürfen.

Im Mittelpunkt eines solchen Treffens stehen natürlich die Flugzeuge – aber mindestens genauso wichtig sind die Menschen dahinter. Viele Teilnehmer kennen sich schon seit vielen Jahren von früheren Treffen. Entsprechend herzlich fielen die Begrüßungen aus. Man traf alte Bekannte wieder, lernte neue Piloten kennen, tauschte Erfahrungen aus und verbrachte die Abende gemeinsam am Flugplatz.

Und selbstverständlich sollte möglichst viel geflogen werden. Denn bei aller Begeisterung für historische Technik gilt für die Teilnehmer des Treffens ein ganz einfacher Grundsatz:

Flugzeuge gehören in die Luft und nicht ins Museum.

Weitere Informationen, Bilder und Berichte zu vergangenen Treffen gibt es auf der Internetseite des Kleinen Segelflugzeug-Oldtimertreffens: https://www.kleines-segelflugzeug-oldtimertreffen.de/index.html

Eine erstaunliche Vielfalt historischer Segelflugzeuge

Schon die Teilnehmerliste zeigte, wie abwechslungsreich das Treffen werden würde. Unterschiedliche Flugzeugtypen und Konstruktionen aus mehreren Jahrzehnten Segelfluggeschichte waren angekündigt.

Gerade diese Mischung macht den besonderen Reiz eines Oldtimertreffens aus. Die Flugzeuge stammen zum Teil aus frühen Epochen des Segelflugs und zeigen sehr anschaulich, wie unterschiedlich die Konstrukteure ihre Aufgaben gelöst haben.

Einige teilnehmende Segelflugzeuge entstanden zu einer Zeit, als Segelflugzeuge noch konsequent auf einfache Konstruktion und geringe Masse ausgelegt wurden. Andere stammen bereits aus der Übergangszeit zu leistungsfähigeren Flugzeugen, bei denen aerodynamische Qualität und Streckenflugvermögen oder die Möglichkeit zur Ausbildung stärker in den Vordergrund rückten.

So standen auf unserem Vorfeld keine Vielzahl scheinbar gleicher, anonymer weißer Segelflugzeuge sondern jedes Flugzeug hatte seinen eigenen Charakter.

Wiedersehen unter Freunden

Wenn ein neuer Anhänger auf den Platz rollte, dauerte es oft nicht lange, bis die ersten bekannten Gesichter auftauchten. Flugzeuge wurden gemeinsam abgeladen und aufgerüstet, alte Geschichten ausgepackt und natürlich zunächst einmal genau geschaut, was die anderen mitgebracht hatten.

Gerade bei historischen Flugzeugen gehört der Erfahrungsaustausch unbedingt dazu. Viele dieser Maschinen unterscheiden sich deutlich von modernen Vereinsflugzeugen. Ersatzteile kann man nicht einfach aus einem aktuellen Katalog bestellen, und so spielen Erfahrung, handwerkliches Können und die Weitergabe von Wissen eine große Rolle.

Entsprechend wurde nicht nur über das Fliegen gesprochen. Auch Bauweisen, Reparaturen, Restaurierungen, technische Lösungen und natürlich die Geschichte einzelner Flugzeuge sorgten immer wieder für Gesprächsstoff.

Manche Teilnehmer treffen sich nur einmal im Jahr bei genau dieser Veranstaltung. Umso mehr gehört das gemeinsame Zusammensitzen am Abend genauso zum Treffen wie der Flugbetrieb am Tag.

Nicht alle angekündigten Gäste schafften es bis nach Renneritz

Ganz ohne Ausfälle ging es leider nicht. Ein besonderes Highlight sollte eine Antonow An-2 am ersten Wochenende werden. Das große einmotorige Doppeldeckerflugzeug hätte sicherlich einen eindrucksvollen Kontrast zu den kleinen und leichten Segelflugzeugen auf unserem Platz geboten. Leider machten technische Probleme dem geplanten Besuch einen Strich durch die Rechnung. Die An-2 konnte deshalb nicht nach Renneritz kommen.

Auch bei Steffen und Sophia aus Bad Berka verlief die Anreise anders als geplant. Sie wollten einen SG 38 mitbringen – einen der wohl klassischsten Vertreter der frühen Segelflugausbildung. Der Transportanhänger des SG 38 ist allerdings hoch und vergleichsweise leicht. Bei dem starken Seitenwind während der Anreise wurde die Fahrt zunehmend unangenehm. Die beiden entschieden deshalb vernünftigerweise, den Transport abzubrechen. Auf den Besuch in Renneritz wollten sie trotzdem nicht verzichten: Sie kamen schließlich ohne ihren Oldtimer zu uns. Auch wenn wir den SG 38 natürlich gern bei uns in der Luft gesehen hätten, war diese Entscheidung angesichts der Windverhältnisse sicherlich die richtige.

Rund 245 Flüge über Renneritz

Trotz des wechselhaften Wetters wurde während des Treffens intensiv geflogen. Insgesamt wurden rund 245 Flüge mit über 80h Flugzeit gezählt. Das ist eine beachtliche Zahl – gerade wenn man berücksichtigt, dass hier keine modernen Hochleistungssegelflugzeuge im Mittelpunkt standen, sondern teilweise erheblich ältere Konstruktionen. Auf dem Startaufbau entstand dabei genau das Bild, das man sich für ein Oldtimertreffen wünscht: unterschiedliche Segelflugzeuge nebeneinander, Piloten beim Vorbereiten ihrer Maschinen und dazwischen immer wieder Zuschauer und Vereinsmitglieder, die sich die historischen Flugzeuge aus der Nähe ansahen.

Nicht jedes dieser Flugzeuge wird heute noch regelmäßig bewegt. Umso schöner war es, viele von ihnen über Renneritz fliegen zu sehen.

Viel Wind – und außergewöhnliche Windenstarts

Eine der prägendsten Begleiterscheinungen des Treffens war zweifellos der Wind. An fast allen Tagen wehte er kräftig über unseren Flugplatz. Zum Glück lag die Windrichtung häufig günstig zur Bahn, sodass der Flugbetrieb trotzdem durchgeführt werden konnte.

Und der Wind hatte sogar einen durchaus angenehmen Nebeneffekt. Bei einem Windenstart bewegt sich das Segelflugzeug zwar mit seiner normalen Geschwindigkeit gegenüber der umgebenden Luft, gegenüber dem Boden kommt bei starkem Gegenwind aber deutlich weniger Geschwindigkeit zusammen. Dadurch bleibt mehr Zeit im Steigflug am Seil. Das Ergebnis waren in Renneritz teilweise beeindruckende Ausklinkhöhen. Deutlich mehr als 600 Meter Höhe nach dem Windenstart waren keine Seltenheit.

Für einen Segelflugplatz sind solche Höhen natürlich äußerst angenehm. Wer bereits mit mehreren hundert Metern zusätzlicher Höhe in die Thermiksuche starten kann, hat erheblich mehr Möglichkeiten als nach einem normalen Windenstart.

Der kräftige Wind sorgte deshalb dafür, dass zahlreiche Piloten während des Treffens bei den WeGlide-Badge „Winch Wizard“ mit nach Hause nehmen konnten. Ein kleiner digitaler Beweis dafür, dass unsere langen Schleppstrecken in Renneritz in Verbindung mit ordentlich Gegenwind durchaus beeindruckende Starthöhen ermöglichen.

Was beim Start half, machte es in der Thermik schwer

Ganz so einfach machte es das Wetter den historischen Flugzeugen dann allerdings doch nicht. Der starke Wind half zwar beim Windenstart, war anschließend aber häufig ein ernst zu nehmender Gegner.

Thermik war an mehreren Tagen vorhanden und es gelangen durchaus schöne und längere Flüge. Doch gerade für ältere Segelflugzeuge mit vergleichsweise geringer Gleitleistung wurde der starke Wind schnell zum Problem. Wer sich mit der Thermik vom Flugplatz weg treiben ließ, musste die gewonnene Höhe beim Rückflug gegen den Wind teilweise wieder teuer bezahlen. Die Rechnung war manchmal ernüchternd: In der Thermik mühsam einige hundert Meter gewonnen – und auf dem Weg zurück nach Renneritz schmolz die Höhe wieder dahin.

Genau darin zeigt sich aber auch der besondere Reiz, historische Segelflugzeuge wirklich zu fliegen. Ein moderner Hochleistungssegler kann große Distanzen gegen starken Wind wesentlich leichter überwinden. Bei älteren Konstruktionen müssen Thermik, Entfernung und Wind dagegen sehr genau beurteilt werden. Das verlangt von den Piloten Erfahrung und sorgt ganz automatisch dafür, dass man die Leistungsfähigkeit der Flugzeuge aus ihrer jeweiligen Zeit besser verstehen lernt.

Zwischen Sonne, Thermik und Regenschauern

Insgesamt zeigte sich das Wetter während der Veranstaltung sehr abwechslungsreich.

Es gab viel Sonne und brauchbare Thermik, sodass auch längere Flüge möglich waren. Gleichzeitig mussten wir aber mit Regen und immer wieder wechselnden Bedingungen leben.

An einem der besonders windigen Flugtage wurden beispielsweise trotz rund 15 Knoten Wind 14 Flüge mit insgesamt mehr als acht Stunden Flugzeit absolviert. Neben verschiedenen K- und K-6-Flugzeugen war auch ein Grunau Baby unterwegs, ebenso eine der Lommatzscher Libellen.

Das zeigt ganz gut, dass das Treffen nicht nur aus kurzen Platzrunden bestand. Wenn Wetter und Thermik mitspielten, wurden die Möglichkeiten durchaus genutzt.

Die Lommatzscher Libellen als besondere Gäste

Zu den Flugzeugen, die schon früh auf dem Platz zu sehen waren, gehörten gleich drei Lommatzscher Libellen. Für viele Segelflugfreunde sind gerade solche Flugzeuge interessant, weil sie eng mit der Geschichte des Segelflugzeugbaus in Mitteldeutschland verbunden sind.

Überhaupt zeigte sich während des Treffens wieder, wie vielfältig die deutsche Segelfluggeschichte ist. Hinter nahezu jedem Flugzeug steckt eine eigene Geschichte – und häufig kennen die heutigen Besitzer diese Geschichte bis ins Detail.

Fliegen ohne Leistungsdruck

Das Schöne an einem Treffen wie diesem ist, dass es nicht um Rekorde oder Wettbewerbe geht. Niemand muss eine bestimmte Strecke schaffen, niemand muss schneller sein als der andere und niemand sammelt Wettbewerbspunkte. Man kann fliegen, wenn man fliegen möchte. Man kann eine halbe Stunde in der Thermik verbringen oder einfach nur eine Platzrunde drehen. Und wenn das Wetter nicht passt, bleibt das Flugzeug eben am Boden und man setzt sich mit den anderen zusammen.

Natürlich freut sich jeder über einen guten Thermikflug. Aber manchmal reicht schon der Anblick eines alten Segelflugzeugs im Endanflug, um zu wissen, warum man den ganzen Aufwand betreibt, der mit dem Erhalt solcher Maschinen verbunden ist.

Auch für unseren Verein eine besondere Woche

Für uns als Gastgeber war das Treffen natürlich ebenfalls etwas Besonderes. Eine Woche lang bestimmte der Oldtimer-Flugbetrieb das Bild auf unserem Flugplatz. Für unsere Mitglieder gab es viele interessante Flugzeuge zu sehen und auch zu erfliegen sowie zahlreiche Gelegenheiten für Gespräche mit den Gästen.

Gleichzeitig war natürlich auch einiges zu organisieren. Ein Treffen dieser Größenordnung funktioniert nur, wenn viele Hände mithelfen – vom täglichen Flugbetrieb über die Infrastruktur bis hin zur Versorgung und all den kleinen Dingen, die während einer solchen Veranstaltung ganz selbstverständlich erscheinen, aber trotzdem erledigt werden müssen. Dass die Veranstaltung am Ende so entspannt wirkte, ist deshalb auch all denen zu verdanken, die vor und während des Treffens mit angepackt haben.

Die historischen Flugzeuge begeisterten auch unsere Besucher

Zum Ende des Treffens wurde es auf unserem Flugplatz noch einmal deutlich voller. Viele Besucher nutzten die Gelegenheit, sich die historischen Segelflugzeuge anzusehen und den Flugbetrieb aus nächster Nähe zu erleben.

Für Menschen, die nicht regelmäßig mit Segelflug zu tun haben, ist oft schon ein moderner Segelflugstart beeindruckend. Wenn dann Flugzeuge starten, deren Konstruktionen teilweise aus einer völlig anderen Epoche der Luftfahrt stammen, wird es noch einmal besonders interessant.

Und selbst für erfahrene Segelflieger gibt es bei einem Oldtimertreffen immer wieder etwas zu entdecken: Mal ist es eine ungewöhnliche konstruktive Lösung, mal ein besonders schön restauriertes Detail, mal einfach die Erkenntnis, wie klein und leicht viele ältere Segelflugzeuge im Vergleich zu heutigen Mustern tatsächlich sind.

Ein Treffen, das Lust auf mehr macht

Nach einer Woche war das Kleine Segelflugzeug-Oldtimertreffen in Renneritz schließlich schon wieder Geschichte.

Zurück blieben viele schöne Erinnerungen, zahlreiche Fotos und vor allem viele Begegnungen mit Menschen, die eine gemeinsame Begeisterung verbindet.

Das Wetter hätte an manchen Tagen gern etwas weniger Wind liefern dürfen. Auch auf die angekündigte An-2 und den SG 38 hätten wir uns gefreut. Aber vielleicht gehört genau das zu einer solchen Veranstaltung dazu: Nicht alles lässt sich planen, schon gar nicht beim Segelfliegen. Entscheidend ist, was am Ende bleibt. Und das waren viele schöne Flugstunden, eindrucksvolle Windenstarts, interessante historische Flugzeuge, lange Gespräche am Flugplatz und eine ausgesprochen freundschaftliche Atmosphäre.

Für uns als Segelflugverein Wolfen e.V. war es eine Freude, das Treffen 2026 in Renneritz ausrichten zu dürfen.

Wir bedanken uns bei allen Teilnehmern für ihren Besuch, bei allen Helfern für ihre Unterstützung und natürlich bei allen Gästen, die den Weg zu uns gefunden haben. Den Teilnehmern wünschen wir weiterhin viele schöne Flüge mit ihren historischen Schätzen – und vielleicht sieht man sich bei einem der kommenden Treffen wieder.

Denn eines hat die Woche in Renneritz wieder eindrucksvoll gezeigt:

Oldtimer-Segelflugzeuge sind ein Stück Luftfahrtgeschichte. Aber ihre Geschichte lässt sich am schönsten erzählen, wenn sie fliegen.